Helsinki Baroque Orchestra - Ltg. Aapo Häkkinen
Klassik.com, 19. Juli 2012
Reizvolle Perspektive

Hochspannend ist diese Aufnahme dreier Cembalo-Konzerte von Johann Sebastian Bach nicht nur des verwendeten Soloinstruments wegen, sondern weil Solist und Ensemble mit größter Frische zu Werke gehen.

(...) nicht nur eine verdienstvolle Erweiterung der üppigen Diskographie, sondern von ein großer Wurf.


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Kulturradio rbb, 12. Juni 2012
Rezension über die CD "Johann Sebastian Bach - Cembalokonzerte"

Eine Klasse für sich

Das Ergebnis dieser strengen Aufführungspraxis ist überaus bemerkenswert: Selten hat man bei diesen Konzerten einen solch vollen und differenzierten Cembaloklang sowie einen solch transparenten Orchesterklang gehört. Da sich Häkkinen überdies nicht an der Rekordjagd nach der kürzesten Satzlänge beteiligt, sind auch die kleinsten Verzierungsdetails wahrzunehmen. Als besonderen Bonus gibt es zusätzlich noch die delikate Einspielung des Italienischen Konzerts von Bach, in der die ganze Klasse von Häkkinen und seinem bevorzugten Instrument hörbar wird. Gibt es nicht langsam genug Aufnahmen der Cembalokonzerte von Johann Sebastian Bach? Nein, diese hat tatsächlich noch gefehlt!


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Klassik.com, 6. August 2010
Differenziert und gekonnt

Johan Joachim Agrells Werke atmen neben der auch hier anzutreffenden instrumentalen Brillanz vor allem den Charme betörender Konstellationen, wenn zum Beispiel in der einleitenden A-Dur-Sinfonie zwei obligate Traversflöten den Streicherklang weiten und kolorieren. Bei allen auf der vorliegenden Platte eingespielten Werken wird deutlich, dass für Agrells Schaffen nicht nur strukturgebundene Formen bestimmend waren, sondern klangliche Eleganz und ein leichter, verspielter Charme allmählich zu wichtigen Größen werden. Ganz in diesem Sinne interpretiert das Helsinki Baroque Orchestra unter der Leitung des Cembalisten Aapo Häkkinen Agrells Musik. Es sind sehr schön konturierte Streicherregister zu hören. Auch insgesamt präsentiert sich die Formation als harmonische Einheit, die Gleichwohl die Eigenheiten der Protagonisten enorm plastisch herauszuarbeiten versteht. Frisches Temperament und konzentriertes Spiel wechseln sich gelungen ab – vor allem dynamisch herrscht größte Disziplin. Selbstverständlich führen die Instrumentalisten an Violine, Flöte, Oboe und Cembalo diese Qualitäten im solistischen Bereich fort: Da wird klangschön und in harmonischer Wechselwirkung mit dem Orchestersatz musiziert, perlende Geläufigkeit ist allen Solisten gemein, vor allem der leichte Ton der von Pauliina Fred gespielten Flöte bringt eine sehr charmante Note in die Sätze.

Das Helsinki Baroque Orchestra artikuliert fein, klar und sehr dezidiert, auf durchgehend hohem Niveau. Die Tempi wirken sehr entschieden, dabei aber weder gehetzt noch zerdehnt – einfach mit Stilbewusstsein gewählt und in stimmigen Proportionen zusammengefügt. Dieser Befund korrespondiert mit den schon angesprochenen dynamischen Qualitäten des Ensembles: Das wunderbar differenzierte Spiel der Akteure erlaubt es, in beide Richtungen überzeugende und klanglich wirksame Akzente zu setzen.


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Hannoversche Allgemeine Zeitung, 25. Mai 2009
Wohlige Schauer, präzise Schüsse

Kleine Besetzung, maximaler Groove: Die fünf Streicher vom Helsinki Baroque Orchestra, dessen Cembalo spielender Leiter Aapo Häkkinen und der französische Meistercembalist Pierre Hantaï brachten eine überschäumende Energie in die Aula der Göttinger Universität. Mit Präzision, enormer Spielfreude, aber auch ausgefeilter Delikatesse musizierte die aufeinander eingeschworene Gemeinschaft. Und optisch prägnant waren die jungen Finnen überdies: Ein elfenhaftes Wesen umschmeichelte das Cello, während ein mit Piratentuch und Lederhose aufgemachter Bratschist grimmig dreinblickte.