Und überhaupt entwickelt sich das ganze Konzert über ein sagenhafter Wohlfühlsound, dem sich die Zuhörer begeistert hingeben. Da strömt es zuweilen in choralartiger Vierstimmigkeit, da gibt es aber auch die fein gezeichneten Linien eines komplexen Stimmgewebes, in dem jede Stimme für Nuancen die Führung aufblitzen lässt, und immer wieder bereichert sparsam dosierte Bodypercussiion effektvoll eher als Klangfarbe denn als rhythmisches Element die Songs. (...) Mit dem Song "Butterfly" von Mia Makaroff demonstriert Rajaton abschließend besten A-cappella-Pop mit der hinreißend schönen Stimme von Essi Wuorela und einem perfekten unplugged Fade-out.
Die finnischen Musiker haben Gold in der Kehle, unverkrampft, humorvoll und mit einer mitreißenden Leichtigkeit zeigten sie, was in ihnen steckt. (...) Die Herzen des Publikums flogen den sechs Finnen auch wegen ihrer Offenheit, ihrer gewinnenden und humorvollen Art und des Fehlens irgendwelcher Borniertheit oder Selbstgefälligkeit und vor allem wegen ihrer außergewöhnlichen Stimmen und den schönen Arrangements zu. (...) Stücke wie "Joulalaulu" (...) versetzen das Publikum nicht nur in eine besinnliche Vorweihnachtsstimmung, sondern rissen es auch zu Begeisterungsstürmen hin. (fh)
Rajaton aus Finnland sind eine sechsstimmige A Capella-Band, deren Kunst in der Interpretation liegt. Wie sie aus Abbas siebziger Guerilla-Schnülzchen "Fernando" eine ganze Trash-Minioper inszenierten war schon klasse. Und ihre Interpretation von "Easy like Sunday morning" war wohl die perfekteste Intonation des Ferienbeginns so nahe an den Lörracher Schulen.Ja, an solchen Abenden glaubt man die Welt steht still, eine warme Sommernacht, die Musik der Trostmädchen und dann noch perfekte Sangeskunst von Rajaton: ein Goldabend inmitten des Wohnzimmers des Stimmenfestivals, wie Markus Muffler den Rosenfels-Park nannte.
Was hat man da nun gehört? Volksmusik mit jazzigem Einschlag? Vokalpop mit nordisch-nationalen Wurzeln? Essenz oder doch eher nur Dekoration, ein nächtliches Vorüberhuschen singender Elfen? Das Ensemble Rajaton entzieht sich. Es lässt sich genießen, aber nicht greifen. Es lebt und singt zwischen allen Kategorien. Neben saubersten Harmonien und stimmlichen Parallelführungen hört man plötzlich Laute von Kehlkopfstimmen, tief Empfundenes schlägt rasch um in Sentimentales, und auf raffinierte, zuweilen tonalitätssprengende Akkorde folgt manchmal unversehens einfach nur schön Schnulziges.
Bei der "ABBA Night" tanzte der Cuvéehof / Party pur mit 1000-köpfigem Chor. Diese Begeisterung galt sechs jungen Finnen, die sich unter dem Namen "Rajaton" zusammengefunden haben, um die Hits der legendären Schweden in neuem Gewand zu präsentieren. Ihnen zur Seite standen eine eigene vierköpfige Band und das WDR Rundfunkorchester Köln. (...) Ob im perfekt aufeinander abgestimmten Chor, ob mit einem Solo und dem Rest als Background-Chor oder auch ganz a-cappella - jedes Mitglied von "Rajaton" erwies sich als musikalisches Schwergewicht.
Es sind die klassischen Harmonien, die den ersten Eindruck prägen. Doch mit erkennbarer Leidenschaft integriert die routinierte Gruppe auch Jazz, Pop und Folk in ihren Sound. Bei ihren unzähligen Möglichkeiten der Variation und Modulation wird jedes Stück zu einem ganz eigenen und angenehmen Hörerlebnis. Wunderbar homogen zeigt sich Rajaton während des gesamten Konzerts. Bei Stücken wie „Väinämöisen veneretki“ oder „Dobbin’s Flowery Vale“ scheint ihr Gesang auf Traditionen zurückzureichen, die viele Jahrhunderte in der Vergangenheit zurückliegen. Nicht nur nationale Epikkunst wird stimmlich auf höchstem Niveau und mit perfektem Wohlklang vertont. Auch modernem Liedgut nimmt sich das finnische Ensemble an.
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Kein Wunder, dass diese Formation längst die Charts erklommen hat – mit ihrer unnachahmlichen Mischung aus Präsenz und phantastischem Stimmenmix hinterließ „Rajaton“ einen bleibenden Eindruck. (...) Bei jedem neuen Lied bildeten sie eine neue Formation, standen sich gegenüber oder nahmen hintereinander Aufstellung, traten vor und wiegten sich im Rhythmus. Eine hierarchiefreie Einstellung wurde dabei deutlich, die Stimmen fügen sich gleichberechtigt zu einem Ganzen. So entstand ein lebendiger Organismus, einmal klar konturiert wie ein gerichteter Lichtstrahl, um seinen Klang gleich darauf breitgestreut in den Raum zu ergießen.
Die 500 Zelt-Besucher lauschen, staunen, sind begeistert von der Klangraffinesse und der deutsch-englischen Moderation. Das Eis ist gebrochen. Ein emotionales Band entsteht, das am Ende die Zuhörer zum Riesenchor eint. Und wer dachte, Finnen hätten die Melancholie gepachtet, musste spätestens in "Fernando" beim geschmetterten Opern-Pathos in der witzigen Parodie auf die schwedische Abba-Version seines Klischees begraben. (...) Das war A-cappella-Kultur der Spitzenliga: homogener, schlanker Klang, saubere Intonation, präzise Einsätze, perfektes Teamwork, ohne zu großes Show-Gedöns.


