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Hideyo Harada, Klavier u.a. mit Rezitation

Eine Künstlerin mit „Gespür für Seelenzustände“, deren Spiel „ein klangästhetisches Erlebnis höchster Güte“ ist, nannte die Süddeutsche Zeitung Hideyo Harada. Mit ihrem breitgefächerten Repertoire ist die Pianistin heute ein gern gesehener Gast bei Festivals wie dem Beethovenfest Bonn, dem Rheingau Musik Festival oder dem Mozartfest Würzburg, wo sie 2019 erneut einen großen Erfolg feiern konnte.

 

Hideyo Haradas Vielseitigkeit spiegelt sich ebenfalls in ihrer umfangreichen Diskografie, die neben Werken von Samuel Feinberg und Michio Mamiya ebenso Kompositionen von Chopin, Schumann, Tschaikowski, Grieg, Skrjabin und Rachmaninow umfasst. Ihr Schubert-Album für das Label Audite wurde unter anderem von Fono Forum zur CD des Monats gekürt. Dazu war zu lesen: „Hideyo Harada zählt zu jenen immer seltener anzutreffenden Künstlern, die sich bei ihren Einspielungen offensichtlich sehr viel Zeit nehmen, um Interpretationen von enormen musikalischem Feinschliff und größter geistiger Durchdringung vorzulegen. … Gegen die Konkurrenz weiß sich die Künstlerin schon deshalb zu behaupten, da sie ganz eigene Akzente setzt. Zunächst ist es die schiere Schönheit ihres Spiels, das sowohl die »Wandererfantasie« als auch die Sonate D 960 in eine andere Sphäre zu transzendieren scheint. … Und auch in der Sonate sind es die vielen seelisch erfüllten Momente ihres Spiels, die dem Werk über seine Schmerzlichkeit hinaus ein wärmendes Licht mitfühlender Menschlichkeit verleihen.“

 

Neben einem über mehrere Spielzeiten angelegten Schubert-Zyklus, den sie gemeinsam mit namhaften Partnern in Tokio realisierte, nimmt auch die Pflege zeitgenössischer Musik einen wichtigen Stellenwert im Schaffen der Pianistin ein, für die hier stellvertretend Komponisten wie Viktor Ullmann, Ernst Krenek, Toru Takemitsu, Toshio Hosokawa oder Tan Dun genannt seien, sowie die japanische Erstaufführung von Alfredo Casellas Scarlattiana op. 44 für Klavier und Orchester.

 

Ihre musikalische Ausbildung begann die gebürtige Japanerin zunächst in Tokio bei Toyoaki Matsuura bevor sie nach Europa kam, wo sie ihre Studien bei Lieselotte Gierth in Stuttgart sowie bei Hans Kann und Roland Keller in Wien fortsetzte. Den letzten Schliff holte sich die Pianistin schließlich bei Viktor Merzhanov am Moskauer Tschaikowski-Konservatorium. Hideyo Harada wurde bei zahlreichen Wettbewerben preisgekrönt und gewann unter anderem den Concours International d’Exécution Musicale in Genf sowie den 1. Preis beim Internationalen Schubert-Wettbewerb in Dortmund. Darüber hinaus war sie Preisträgerin beim Internationalen Rachmaninow-Wettbewerb in Moskau.

 

Seitdem gastierte Hideyo Harada unter anderem beim Schleswig-Holstein Musik Festival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem MDR Musiksommer, dem Heidelberger Frühling, den Ludwigsburger Schlossfestspielen, dem Musikfest Stuttgart, dem Festival International des Jeunes Solistes in Antibes, dem Yokohama International Piano Festival, dem Festival Prague Proms sowie dem Grand Piano Festival in Amsterdam. Weitere wichtige Stationen ihrer Karriere waren das Tschaikowski-Konservatorium Moskau, der Wiener Musikverein, das Berliner Konzerthaus, das Gewandhaus Leipzig, die Alte Oper Frankfurt, die Stuttgarter Liederhalle, die Genfer Victoria Hall, das Prager Rudolfinum oder die Suntory Hall Tokio.

 

Hideyo Harada konzertierte mit zahlreichen Orchestern, so etwa mit dem Orchestre de la Suisse Romande, dem Orchestre symphonique de Bienne, dem Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI, der Südwestdeutschen Philharmonie, dem Stuttgarter Kammerorchester, den Solistes de Bourgogne, dem Orchestre de Cannes, dem Czech National Symphony Orchestra, der Filarmonica George Enescu Bukarest, dem Polish National Radio Symphony Orchestra, dem Russian State Symphony Orchestra, dem Seoul Philharmonic Orchestra, dem NHK Symphony Orchestra Japan, dem Yomiuri Nippon Symphony Orchestra oder dem New Japan Philharmonic Orchestra. Zu ihren Partnern am Pult zählten dabei Dirigenten wie Petr Altrichter, Christian Arming, Piero Bellugi, Pietari Inkinen, Cristian Mandeal, Tadaaki Otaka, Vladimir Valek oder Marcello Viotti.

 

Im Rahmen von Kammermusikabenden arbeitet Hideyo Harada unter anderem mit dem Borodin Quartett, den Geigern Latica Honda-Rosenberg und Mikhail Simonyan, dem Cellisten Jens Peter Maintz und dem Bariton Roman Trekel. Eine weitere Facette ihres Könnens zeigt die Pianistin bei musikalisch-literarischen Programmen, die sie gemeinsam mit den Schauspielern Corinna Harfouch, Katja Riemann, Esther Schweins, ChrisTine Urspruch, Ulrich Noethen, Christian Quadflieg und Hanns Zischler gestaltet.

 

Neben ihrer regen Konzerttätigkeit veröffentlichte Hideyo Harada über vier Jahre hinweg monatlich erscheinende Essays in der renommierten japanischen Musikfachzeitschrift Musica Nova. 2014 erschien in einem der bekanntesten japanischen Verlage ihr Buch „Das Geschenk der russischen Klavierschule“, das am Beispiel ausgewählter Künstlerpersönlichkeiten – beginnend mit der Ära Peters des Großen bis hin zu den gefeierten Klaviervirtuosen der Jetztzeit – ein reiches musikalisches Erbe aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet.